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THERAPEUTISCHE LOKALANÄSTHESIE
Behandlung mit Lokalanästhetika

· Unter dem Begriff "Therapeutische Lokalanästhesie" werden sämtliche Schmerz ausschaltungsmethoden, deren Wirkung auf Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) beruhen, zusammengefaßt.

Mit der infiltrativen therapeutische n Lokalanästhesie (= örtliche Betäu bung) werden im Locus dolendi (= Schmerz bereich) die Nozizeptoren (= "Schmerz fühler") blockiert, während mit einer Blockade (Betäu bung) peripherer (= außerhalb des Rücken marks/Gehirns liegende) oder rückenmarksnaher Nerven die zentripetale (= zum Zentrum bzw. Zentralnervensystem hinführende) Reizleitung nozizeptiver Signale (= Signale, die vom "Schmerzfühler" abgegeben werden) abgeschwächt oder unterbrochen werden kann.

Die nozizeptive Signalblockierung ist jedoch in der Therapie chronischer Schmerz en nur ein Teilaspekt, denn es gibt deutliche Hinweise, daß der gleichzeigen Blockade zugehöriger sympathischer (= das unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nerven fasern der eigentliche kurative (= heilende, bessernde) Effekt wiederholter Nervenblockaden zugeschrieben werden.

Vermutlich ist nämlich der Anteil an Schmerzzuständen, die auf eine nutritive (= die Ernährung betreffende) Störung oder Dysregulation (= Fehlregulation) zurückzuführen sind, wesentlich höher als bisher angenommen. Dafür spricht die Tatsache, daß häufig erst wiederholte Nervenblockaden zu einer anhaltenden Schmerzreduktion oder gar Schmerzfreiheit führen. Mit der alleinigen Unterbrechung der Schmerzreizleitung ist diese Wirkung nicht zu erklären. Die Theorie der synergistischen (= gegenseitig unterstützenden Wirkung) Wirkung einer Unterbrechung der Reizleitung und gleichzeitigen Blockierung sympathischer Faseranteile kann am Beispiel der sog. idiopathischen Trigeminusneuralgie erklärt werden.

Aus bisher ungeklärter Ursache, vermutlich aber durch Störungen im Metabolismus (= Stoffwechselvorgänge) , ist die Nervenzelle nicht in der Lage, ein stabiles Membranpotential (= bioelektrische Aktivität an biologischen Strukturen mit abschließender, begrenzender oder trennender Funktion) von 60-90mV (= 60-90 tausendstel Volt) aufrechtzuerhalten, weshalb schon geringe taktile (= den Tastsinn betreffende) und thermische (= die Temperatur betreffende) Reize zu einer Depolarisation (= Verminderung oder Aufhebung der Spannung an der Trennschicht) und damit zu Schmerzen führen können. Die nachfolgende Repolarisation (= Wiederaufbau der Spannung an der Trennschicht) erfordert von der Zelle eine hohe energetische Leistung, die dem ohnehin geschwächten Metabolismus (= Stoffwechselvorgänge) zusätzlich abverlangt wird. Mit jeder De- und nachfolgenden Repolarisation erschöpfen sich zunehmend die energetischen Reserven und das Membranpotential sinkt weiter ab, wodurch die Anfälligkeit auf depolarisierende (= Verminderung oder Aufhebung der Spannung an der Trennschicht bewirkende) Reize weiter zunimmt; damit tritt ein Circulus vitiosus (= Teufelskreis) ein.
Mit einer Nervenblockade im Rahmen der therapeutische
n Lokalanästhesie wird die Schmerzreizleitung unterbrochen, d.h., die Depolarisation (= Verminderung oder Aufhebung der Spannung an der Trennschicht) verhindert, damit erübrigt sich die energieverzehrende Repolarisation (= Wiederaufbau der Spannung an der Trennschicht). Durch die gleichzeitige Blockade der sympathischen (= das unwillkürliche Nervensystem betreffende) Faseranteile wird die Durchblutung und damit die Nutrition (= Ernährung der Zelle) verbessert, so daß sich der Metabolismus (= Stoffwechsel) für die Dauer der Blockade erholen kann.
In der Regel reicht eine einmalige Blockade (therapeutische Lokalanästhesie) jedoch nicht aus, so daß, je nach Ausmaß der mutmaßlichen metabolischen
(= den Stoffwechsel betreffende) Störung, weitere Blockaden erforderlich sind. Es leuchtet ein, daß der optimale Zeitpunkt für die Folgeblockade der Moment ist, in dem die vorausgegangene eben abgeklungen ist, weil sonst die Gefahr besteht, daß der beschriebene Circulus vitiosus (= Teufelskreis) erneut in Gang kommt.
In der Praxis ist eine solche optimale, nahtlose Blockadebehandlung natürlich kaum durchführbar, eher schon unter stationären Bedingungen.
Andererseits läßt sich damit begründen, daß es in vielen Fällen sinnlos ist, die therapeutischen Blockaden in größeren Zeitabständen durchzuführen, so z.B. nur 2 mal wöchentlich im Rahmen einer ambulanten Behandlung.

Unter stationären Bedingungen haben sich aus vorgenannten Gründen zur Schmerzbehandlung kontinuierliche Blockaden mit eingepflanztem Katheter (= dünner Kunststoffschlauch) sehr bewährt.
Neben der Möglichkeit, einen Nerv lückenlos, so zu sagen rund um die Uhr betäuben zu können, bietet diese Technik noch weitere Vorteile:

1. Wenn der Katheter einmal korrekt implantiert (= eingepflanzt) ist, sind die Folgeblockaden von gleichbleibender Qualität.

2. Das methodische Risiko, das bei jeder Single-shot-Injektion (= Einzelblockade) erneut gegeben ist (versehentliche intravasale (= in ein Blutgefäß verabreichte) Injektion, Traumatisierung (= Verletzung)) bleibt auf die einmalige Implantation (= Einpflanzung) beschränkt.

3. Die Wirkung verschiedener Lokalanästhetika-Konzentrationen und -Volumina (= Menge) kann besser beurteilt werden, da die Instillation (= das Einbringen, die Verabreichung) jeweils am gleichen Ort erfolgt, was bei Single-shot-Injektionen (= Einzelblockaden) nicht gewährleistet ist, besonders wenn organisationsbedingt mehrere Ärzte an der Therapie beteiligt sind.

Die therapeutische Lokalanästhesie bzw. die Behandlung mit Lokalanästhetika ist und bleibt die wirksamste Waffe gegen chronische Schmerzen.

Eine multimodale Schmerztherapie bietet auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

Neu seit dem 1.4.2007

  1. alle gesetzlich versicherte Personen haben jetzt einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation (damit auch auf eine Schmerzrehabilitation) und
  2. können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen (natürlich nur zugelassene Einrichtungen, wie z.B. unsere)

Quellen: Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit und Brief an die Aufsichtsbehörden.

Die invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.

Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einem Mittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).

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Eine Auswahl weiterer Schmerzthemen
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Aktualisiert: >14.10.2008</> kusb&
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K Kaudale-Blockade (Sakrale Blockade), Kniegelenk (www.kniegelenk.biz),
kontinuierliche Nervenblockade des: Nervus supraorbitalis, Plexus brachialis, Nervus ulnaris, Nervus medianus, Nervus radialis, Nervus intercostalis (Ramus ventralis), Nervus femoralis und Plexus lumbalis, Nervus ischiadicus, Nervus peroneus communis -

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